Geschichte und Leistungen des KKV Frankfurt
Geschichte und Leistungen
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Informationen zu unserem 130-jährigen Jubiläum mit der Goethelesung mit Inge Gutjahr.
Der KKV Frankfurt als Gemeinschaft der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung konnte im Jahre 2008 sein 130-jähriges Bestehen feiern. Er kann auf eine traditionsreiche Vergangenheit zurückschauen, in der der KKV in Frankfurt auch in schweren Zeiten seine Gemeinschaft bewahrt und in der sich diese Gemeinschaft bewährt hat.

Frankfurter Dom
Quelle: Wikipedia
Durch die Initiative eines jungen Kaufmanns, Ferdinand Hohoff, wurde der KKV Frankfurt am 19. September 1878 gegründet. Er zählt somit zu den ältesten KKV-Ortsgemeinschaften in Deutschland. Zum Vorsitzenden wurde dessen Gründer gewählt, der bis 1884 die Leitung in vorbildlicher Weise inne hatte. Er wurde seinerzeit dann zum Ehrenvorsitzenden gernannt. 1884 übernahm Jakob Kölsch die Leitung des Vereins, die er bis 1914, also 30 Jahre, behielt. Seine Nachfolger wurden Oskar Willems, Carl van den Wyenberg, Max Bongard. Bis zur Auflösung des KKV Frankfurt im Jahre 1938 hatte Dr. Aloys Bilz den Vorsitz. Im Jahre 1923 zählte der KKV Frankfurt 500 aktive Mitglieder.
Es klingt für uns heute fast unglaublich, wenn wir erfahren, was durch die Mitarbeit des KKV auf sozialem Gebiet von 1892 bis 1914 erreicht wurde. So zum Beispiel 1906 die Sonntagsruhe, 1910 der 8-Uhr-Ladenschluss, 1923 das Reichsversicherungsgesetz für Angestellte. Zu nennen ist hier unser frühes Mitglied und Vorsitzender Peter Horn (seinerzeit Bundestagsabgeordneter von 1949 - 1965), der an führender Stelle die neue Rentenreform mit erarbeitet hat. Im September 1903 fand das silberne Jubiläum des KKV Frankfurt im Dom zu Frankfurt mit Stadtpfarrer, Geistlichen Rat Dr. Hilfrich statt. Das goldene Jubiläum des Vereins konnte dann 1928 im festlichen Rahmen gefeiert werden. Ein feierliches Pontifikalamt im Dom, gehalten von Bischof Dr. Augustinus Kilian, eine akademische Feier mit der Festrede von Peter Horn und ein großer Ball bildeten die Höhepunkte. Damals ahnte noch niemand, dass sich schon 10 Jahre später (1938) der Verein im Dritten Reich auflösen musste. Die ersten Geistlichen Präsides hatten fast gleichklingende Namen: Kunz, Kurz und Kunst. Einige andere Geistliche betreuten den Verein nur kurze Zeit, bis 1901 der damalige Kaplan, Studienrat Professor August Manns, Präses der Lehrlingsabteilung und ab 1903 auch Präses des KKV wurde. Die Lehrlinge betreute er bis 1923, den KKV - Stammverein bis zu dessen Auflösung im Jahre 1938.
Bereits im Jahre 1945 fanden sich Idealisten, die mit Mut und Gottvertrauen nach früheren und neuen Mitgliedern suchten. So wurden die Herren Peter Horn, Karl Ketterer, Dr. Aloys Bilz, Otto Baumeister und Josef Seidenather die Initiatoren der Neugründung des KKV Frankfurt am 27. Januar 1946. Bis 1949 war Peter Horn Vorsitzender und danach Karl Ketterer. Alle früheren Vorsitzenden können hier nicht mehr genannt werden. Ein langjähriger Vorsitzender war Hans Bergmann, der 1978 das 100-jährige Jubiläum durchführte und heute Ehrenvorsitzender ist. Der erste Geistliche Beirat nach dem zweiten Weltkrieg war Ferdinand Eckert. Im Jahre 1948 übernahm Pater von Schönfeld SJ das Amt des Geistlichen Beirates. Er hat sich durch seinen großen Einsatz im KKV große Verdienste erworben. Seine besondere Liebe galt dem Jung- KKV, den er außer dem Stammverein als Präses aufopfernd betreute. In dieser Zeit führte Wolfgang Giegerich als Ringführer den Jung- KKV. Zu nennen als Geistliche Beiräte sind auch Pater Syndicus SJ und Ordinariatsrat Hans Wiedenbauer (Ehrenmitglied des KKV - Diözesanverbandes). Der jetzige Geistliche Beirat ist Pater Franz Samper vom Deutschorden.
Der KKV ist ein katholischer Sozialverband. Verwirklichung und Durchsetzung Katholischer Soziallehre sind Schwerpunkte unserer Arbeit und Verantwortung. Als KKV - Mitglieder bejahen wir die Gemeinschaft mit Christus, stehen wir zur Gemeinschaft in der Familie, und sehen wir in der freiwilligen Bindung zu unserer Gemeinschaft eine Antwort auf die Herausforderung unserer Zeit. Der KKV ist eine lebensbegleitende Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft Gleichgesinnter; er versteht sich als Teil der Kirche und wirkt mit bei dem Bemühen, christliche Wertvorstellungen in Staat und Gesellschaft, in Familie und Arbeitswelt zu verwirklichen. Ein katholischer Verband wie der KKV hat eine Brückenfunktion. Er stellt Verbindungen her zwischen Kirche und einer Gesellschaft, die heute durch und durch profan geworden ist, in der es nicht mehr selbstverständlich ist, Christ zu sein; er soll den christlichen Glauben und die Kirche in den Bereichen gegenwärtig und wirksam machen, in denen diese nur durch Laien als die christlichen Weltpersonen gegenwärtig und wirksam sein können, wie es das zweite Vaticanum im Laienkapitel der Kirchenkonstitution treffend beschrieben hat. Um unsere Ziele besser verwirklichen zu können, arbeitet der KKV heute wie früher aktiv mit anderen katholischen Organisationen zusammen. Wir sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände und im katholischen Bildungswerk in Frankfurt.
Hartmut Röhrbein