KKV fordert Ethisches Investment - Geld ist nicht neutral. Es kommt darauf an, was man damit macht.
8. November 2008
Der diesjährige Diözesantag des KKV - Diözesanverbandes Limburg fand im Haus am Dom in Frankfurt statt. Zu
Beginn wurde eine Delegiertenversammlung unter Leitung von Diözesanvorsitzenden Hartmut Röhrbein durchgeführt.
Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst sandte ein Grußwort und hob die Bedeutung des Ethischen Investment
hervor.
In der verabschiedeten Presseerklärung setzt sich der KKV für ein Ethisches Investment
ein. Es werden Geldanlagen
gefordert, die neben Renditekriterien auch ethische Wertvorstellungen des Anlegers berücksichtig werden. Der KKV - Diözesanverband
Limburg fordert, dass mit den Spargroschen der Anleger weder Rüstungsprojekte noch Umweltzerstörungen finanziert werden. Der
KKV ist der Auffassung: Entwicklungspolitik ist Friedenspolitik.
Im Anschluss an die interne Delegiertenversammlung folgten die öffentlichen Veranstaltungen des Diözesantages. Vorstandsmitglied Isabel Röhrbein vom KKV und Dr. Georg Horntrich, Studienleiter für Wirtschaft und Finanzen vom Haus am Dom begrüßten die KKV Mitglieder sowie die zahlreichen Gäste und gaben eine Einführung in das Thema.
Den Einführungsvortrag hielt Peter Weiss MdB, rentenpolitischer Sprecher der CDU und Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken.
Sein Thema war: Ethisches Investment für private Altersvorsorge, Kirche und Stiftungen
. Bei der Frage, ob die eigene Geldanlage im
Sinne einer christlichen Ethik Gutes bewirkt, sind vor allem drei Aspekte von Bedeutung:
- Fördert die Geldanlage das Leben der Menschen, die Bewahrung der Schöpfung sowie die internationale Gerechtigkeit?
- Trägt das Instrument dazu bei, dass arme Menschen in ihrem Bemühen um bessere Lebensbedingungen konkret unterstützt werden?
- Werden durch die Geldanlage Unternehmen finanziert, deren Produkte und Herstellungsverfahren den Menschen, der Umwelt und den Volkswirtschaften gerade auch in Entwicklungs- und Schwellenländern zugute kommen?
Peter Weiss sagte weiter: Ziel eines verantwortlichen Umgang mit Geldanlagen ist die Herstellung einer ethischen Balance
zwischen Gemeinwohlverantwortung, finanzieller Rendite, Sicherheit und Liquidität. Das ZdK empfiehlt hierbei eine Orientierung an
den drei Oberzielen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
. Er zeigte sich zuversichtlich, dass
Ethisches Investment
immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Nach der Mittagspause fanden zur Vertiefung des Themas 4 Workshops statt. Daran nahmen als jeweilige Leiter teil: Sylvia Kloberdanz von Oekom-Research, Steffen Merker, Fondsmanager, LBBW Asset Management, Hagen van Rissenbeck,CRIC e.V., Verein für ethisch orientierte Investoren und Julius Hansen, imug, Institut für Markt-Umwelt-Gesellschaft e.V. Die Referenten standen anschließend bei einer Podiumsdiskussion Rede und Antwort den interessierten Teilnehmern. Sie erhielten einen Überblick über den Stand des ethischen Investment in Deutschland.
Der sehr gelungene Diözesantag wurde durch einen Abschlussgottesdienst mit Pater Franz Samper, Geistlicher Beirat des KKV Frankfurt in der Deutschordenskirche in Frankfurt beendet.
Hartmut Röhrbein


